Jan 22 2019

Qualität hat ihren Preis…

…denn guter Beritt ist eine Investition fürs (Pferde-)Leben…

 

Oft liest man in Foren die Frage, „ob jemand einen guten Bereiter kennt, der junge Pferde sanft und pferdegerecht einreitet, am besten bei mir im Stall“ oder wir bekommen folgende Anfrage: „Ich habe Schwierigkeiten mit meinem Pferd. Der buckelt immer beim Angaloppieren oder er stellt sich in die Ecke und steigt. Mittlerweile traue ich mich nicht mehr, mein Pferd zu reiten.“ Dann kommen wir ins Gespräch. Ich erkläre eventuelle Herangehensweisen und unsere Ausbildungsphilosophie. Wir sprechen über die Dauer, den Preis und darüber, dass wir die Pferde ausschließlich bei uns im Stall ausbilden. Manchmal hören wir dann: „So lange? So teuer? Das ist aber viel Geld, geht das nicht billiger?“

Theoretisch schon, aber nicht mit uns!

Natürlich ginge „das“ auch für weniger Geld, aber das bedeutet in diesem Geschäft leider auch weniger Leistung/ Service! Das Wohl der uns anvertrauten Pferde steht für uns immer im Vordergrund, deshalb können wir keine Abstriche machen!

Wir haben viel Verständnis, denn manchmal wird sich der Traum vom eigenen Pferd erfüllt, wenn das Geld eben geradeso vorhanden ist. Die laufenden Kosten wie Stall, Schmied, Tierarzt sind einkalkuliert. Dabei vergessen viele in der Kostenkalkulation die Ausbildung, sei es die des Reiters oder eben des Pferdes. Denn leider kann immer etwas in der weiteren Ausbildung schief laufen, was das Pferd im schlimmsten Fall zur Gefahr für den Reiter werden lässt.

Pferdeausbildung braucht Geduld und Zeit – bei ALLEN Pferden!

Was bedeutet billiger?

Ja, es gibt auch Bereiter, die ein Pferd für 300-500 EUR pro Monat inklusive Einstellgebühren ausbilden. Je nach Ausbildungsstand des Pferdes wäre es auch kein Problem, wenn solch ein Pferd eines von 15 Berittpferden ist, die am Tag geritten werden müssen. So, nun rechnen wir mal, wie viel Zeit da pro Pferd bleibt. Bei einem Arbeitstag mit 8-10 Stunden können da pro Pferd höchstens 20-30 Minuten gerittene Zeit zur Verfügung stehen. Da bei so einem Berittpreis kein Geld für einen Pfleger übrig bleibt – denn Personal ist teuer – müsste der Bereiter das Pferd dann auch noch selbst putzen, satteln, reiten, wieder versorgen und hinterher auch noch auf das Paddock oder die Koppel bringen. Oder eben nicht, weil dafür keine Zeit bleibt.

Es gibt auch gute Freizeitreiter, die Pferde ausbilden. Diese besitzen meist selbst ein junges Pferd und haben schon einige Erfahrung auf Turnieren gesammelt. Diese Erfahrung wird nun auf andere Pferde übertragen und ein Taschengeld dazu verdient. Aber was, wenn das nicht klappt? Selbst der langjährige Freizeitreiter kann vielleicht keine einfache Lösung finden, denn er hat nicht den Erfahrungsschatz des Profis. Nicht umsonst ist der Pferdewirt in Deutschland ein anerkannter Ausbildungsberuf mit entsprechender Ausbildungsdauer und Prüfungen.

Was ist nun aber mit jungen Pferden, die direkt von der Koppel kommen? Am besten montags aufgestallt, dienstags den Sattel drauf und donnerstags schon eingeritten?

Und was ist mit den Anderen? Diejenigen, die schlechte Erfahrungen gemacht haben? Die Ängstlichen? Oder Rassen, die sehr eigenwillig sind und einen starken Charakter haben? Diese Kandidaten lernen dann im „billigen“ Beritt, dass ihr eigener Wille Vorrang hat, während die Ängstlichen irgendwann aufgeben, sich in sich zurückziehen oder geistig gebrochen werden.

Vertrauen kann man sich nur mit Erfahrung, Ruhe und Zeit erarbeiten.

Wir arbeiten seit Jahrzehnten in unserem Job. Wir haben beide eine langjährige Ausbildung hinter uns, hatten Mentoren der Extraklasse und durften während unserer reiterlichen Laufbahn so viele Pferde reiten, dass die Zahl sich im hohen dreistelligen Bereich bewegt. Und wir haben von jedem Pferd etwas gelernt!

Wir haben viel in unsere Ausbildung investiert, nicht nur finanziell. Wir bilden uns regelmäßig weiter. Wir beraten uns mit Kollegen oder unserem Mentor, wie es jeder gute Kollege im Pferdebusiness macht. Denn wir wissen, dass man niemals auslernt!

Dazu kommt noch, dass wir von diesem Beruf leben möchten. Wir haben eine Wohnung, wir müssen ein Zugfahrzeug und einen Pferdehänger besitzen, denn die Kundschaft möchte natürlich, dass wir die Pferde auf dem Turnier vorstellen.
Nicht zu vergessen, wir leben gefährlich. Jeder weiß, wie viel ein Pferd wiegt und wie risikoreich das Reiten ist. Egal, ob beim ersten Aufsitzen oder ob das Pferd widerspenstig ist, wir arbeiten mit einem höheren Risiko als andere Reiter.
Selbständigkeit ist zusammengesetzt aus den Wörtern „selbst“ und „ständig“. Wir müssen unsere Rechnungen auch dann bezahlen, wenn wir krank sind!

Natürlich lieben wir unseren Job und wollen nichts anderes machen. Aber diese Risiken und Kosten müssen wir in den Berittpreis bzw. unsere Reitstundenpreise einkalkulieren.

Der Profireitlehrer / -bereiter eine Investition für Euch und Eure Pferde!

Investiert Euer Geld in qualitätvollen Reitunterricht und/ oder Profiberitt. Dieser kostet bei einem guten Profi ab 500 EUR pro Monat aufwärts zzgl. Einstellgebühren. Im Schnitt braucht der Profi 3-6 Monate, um ein unkompliziertes, ungerittenes Jungpferd ohne Vorbereitung zu einem relativ sicheren Reitpferd zu machen. Aber lasst Euch gesagt sein, die Unkomplizierten sind rar gesät!
Euer Pferd – egal ob das Junge oder das Ältere zur Korrektur – dankt es Euch, wenn wir Profis uns die Zeit nehmen können, die das Pferd braucht. Das Gelernte wird gefestigt und Ihr seid die Nutznießer davon.
Spart lieber einmal an den Schabracken, Trensen, Fotoshootings etc. Nehmt das Geld in die Hand für EURE Ausbildung und die EURES Pferdes, denn eine solide Ausbildung kommt nie aus der Mode, sie hält ein Pferdeleben lang!